Agil durch die Corona-Zeit bei United Planet

Von Moritz Neufeld, United Planet
Editiert von Fabian Reiß und Christine Seifermann

UP gebäude

Ein Erfahrungsbericht über die spontane Umstellung auf Agile
Um der ungewohnten Situation hinsichtlich des Distanzgebots gerecht zu werden, ließ sich United Planet, ein Freiburg Softwareunternehmen, etwas einfallen: Es wurde kurzerhand für alle agiles Arbeiten eingeführt. Die Programmierer aus der Softwareentwicklung nahmen hierbei eine Vorreiterrolle ein. Hier berichtet Moritz Neufeld von United Planet über die erfolgreiche Umstellung der Arbeitsformen:

Mitte März, ein sonniger Freitagnachmittag, 17 Uhr. Katrin Beuthner und Manfred Stetz, Geschäftsführer von United Planet, heben ihre Bierflaschen und prosten sich zu. 19 Kollegen sind ebenfalls mit von der Partie und lassen mit einem Wein, einem Bier oder einer Limo eine denkwürdige Woche ausklingen. Wenige Stunden zuvor waren die Abstands-Maßnahmen verkündet worden, die das Leben aller in den kommenden Wochen grundsätzlich ändern würden. Trotzdem stoßen die Mitarbeiter nun miteinander an – digital per Videochat, versteht sich. Die ungezwungene Unterhaltung gibt allen ein Stück Normalität in einer Zeit, in der das gesamte tägliche Leben auf den Kopf gestellt zu sein scheint.


Unbürokratischer Umzug ins Homeoffice: Keine große Umstellung

Die Woche, die mit diesem digitalen Feierabendgetränk endete, begann für die meisten Beschäftigten mit dem Umzug ins Homeoffice. Dieser beruht bei United Planet auf Freiwilligkeit: Diejenigen, die aus technischen Gründen auf ihre Arbeitsumgebung im Büro angewiesen sind, können dort nun durch die vielen freien Plätze den gebotenen Abstand zueinander einhalten.

Weil bei United Planet regelmäßiges Arbeiten von zuhause aus sowieso Gang und Gäbe ist, bereitet die Arbeit vom Homeoffice aus den Freiburgern nur wenig Probleme. Schließlich verwendet man das hauseigene Tool für Social Collaboration, Intrexx Share, mit dem die Mitarbeiter auf kurzem Weg Daten, Dokumente und Informationen austauschen können.


Agiles Arbeiten oder: Aus der Not eine Tugend gemacht

Dass nun der persönliche Austausch und die kurzen Wege des Großraumbüros wegfallen, stellt für die Geschäftsführung eine Herausforderung dar. Um der ungewohnten Situation gerecht zu werden, ließen sich Katrin Beuthner und Manfred Stetz etwas einfallen: Kurzerhand wurde im gesamten Unternehmen agiles Arbeiten eingeführt. Da die Softwareentwicklung sowieso schon seit längerer Zeit mit dieser Methode arbeitet, sind nun die Programmierer in ungewohnter Rolle gefragt: Jedes Team bei United Planet wird nun von einem Entwickler bei der Umstellung unterstützt.
So ist Softwareentwickler Juan Barani nun bei den morgendlichen Videocalls des Teams Marketing mit dabei. Er achtet darauf, dass die Spielregeln von Scrum eingehalten werden. Die ungewohnte Aufgabe zum Tagesstart macht Barani Spaß: „Es ist spannend, mal einen Einblick in eine ganz andere Abteilung zu bekommen und zu sehen, wie die Leute dort so ticken. Ich schaue darauf, dass die Zeit eingehalten wird und dass man nicht vom Thema abschweift. Aber das Team setzt es wirklich schnell um und hat sich schon nach wenigen Tagen daran gewöhnt.“


Es zahlt sich aus

Für manche bedeutete die Umstellung auf agiles Arbeiten etwas Umgewöhnung. Doch insgesamt ist bei den Mitarbeitern von United Planet eine große Zufriedenheit mit der neuen Arbeitsweise spürbar. Insbesondere der tägliche Austausch in Form von „Dailies“ entpuppt sich als sehr wertvoll, denn so bleiben alle stets auf dem Laufenden. Doch bei Agile geht es nicht nur um den Stand der Projekte – die Frage „Wie geht es dir?“ ist mittlerweile zur Routine geworden. Denn gerade jetzt ist es wichtig, aufeinander Acht zu geben und sicherzustellen, dass alle gut mit der ungewohnten Situation zurechtkommen. Denn nur, wer sich wohlfühlt, kann auch gut arbeiten.

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