Von Peter Neske, Pfizer Healthcare Hub Freibug

Editiert von Dr. Julia Mohrbacher

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TEIL 2: Innovationsmanagement ausschließlich aus dem Home-Office – es funktioniert!
Im ersten Teil meines Blogbeitrages habe ich erläutert, wie mir die vergangenen Wochen wieder einmal gezeigt haben, dass offene Kommunikation der Schlüssel zu Verständnis und Zusammenhalt ist, wie ich die Zeit während der Corona-Krise nutze, um Projekte voranzutreiben, und wie vielfältig die Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit sind. In diesem zweiten Teil möchte ich eine weitere Erkenntnis teilen und einen Einblick geben, worauf ich – in dieser herausfordernden Zeit – besonders stolz sein darf.

4. Die Offenheit für digitale Veranstaltungen steigt
Ich persönlich ziehe aus den Gesprächen auf Veranstaltungen mit Menschen unterschiedlichster Passion viel Energie und Inspiration. Ich bedaure, dass ich auf diese Begegnungen vor Ort momentan verzichten muss, tue dies aber selbstverständlich gerne, um so durch Social Distancing meinen Beitrag zu leisten. Gerade zu sehen, wie zahlreiche mit unglaublich viel Herzblut und persönlichem Einsatz vorbereitete Formate abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen, macht mich traurig und nachdenklich. Die Liste mit tollen Events wie dem eHealth Europe, dem Start-Up Sister International (SUSI) und dem Smart Digital Activator wird von Woche zu Woche länger. Was mir jedoch gleichzeitig Mut macht, sind die vielen kreativen Lösungen, die viele Veranstalter finden. Hervorragende Beispiele sind in meinen Augen der Freiburg 2020 Hackathon mit dem Thema „Smart Health“ sowie der Kick-Off des diesjährigen Badencampus-Programms. Diese finden dieses Jahr erstmals digital statt – ich bin gespannt auf die Umsetzungen. Auch dieser Blog und ein in der Planung befindlicher Podcast des DIGIHUB Südbaden sind spannende neue Formate, die das Warten bis zum nächsten Event erleichtern. Am Ende wird sich eine interessante neue Mixtur an Interaktionsformaten unter Innovatoren ergeben – darauf freue ich mich!

Während der Corona-Krise ist mir zudem mal wieder bewusst geworden, dass ich auf drei Aspekte besonders stolz sein darf:

Ich bin stolz bei Pfizer zu arbeiten …
Wenn ich morgens die Badische Zeitung aufschlage und dort über Pfizers Beteiligung an der ersten klinischen Prüfung zur Zulassung eines Impfstoff-Kandidaten gegen Covid-19 in Deutschland lese, dann bin ich positiv berührt. Mich beeindruckt es, wie wir uns alle gemeinsam einsetzen, sei es durch die Entwicklung eines Impfstoffes mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech, der Sicherstellung unserer Lieferfähigkeit, der Überprüfung bestehender Wirkstoffe auf ihre Eignung gegen Covid-19 oder unser soziales Engagement. So wurde beispielsweise ein Freiwilligen-Programm ins Leben gerufen, im Rahmen dessen Kolleginnen und Kollegen mit medizinischer oder pharmazeutischer Ausbildung freigestellt werden, um in Einrichtungen des Gesundheitssystems bei der Diagnose, Behandlung oder an anderer Stelle zu unterstützen.

…und Teil des Teams des Freiburger Produktionsstandortes zu sein.
Viele meiner Kolleginnen und Kollegen am Freiburger Fertigungsstandort hatten nicht die Möglichkeit, ins Home-Office gehen zu können. Sie waren und sind diejenigen, die Tag für Tag vor Ort in der Produktion dafür arbeiten, dass weiterhin lebenswichtige Medikamente in die Versorgung zu Patienten weltweit gelangen. Ganz besonders hat mich beeindruckt, wie schnell und mit welcher Konsequenz die Freiburger Kolleginnen und Kollegen frühzeitig Vorsichtsmaßnahmen für maximale Hygienestandards entwickelt und umgesetzte haben. Hier hat sich gezeigt, wie gut wir als Standort selbst auf solche Sondersituationen vorbereitet sind. So hat das Team rund um unseren Standortleiter Axel Glatz jeden Tag die Situation neu bewertet und auf Veränderungen flexibel reagiert. Es erfüllt mich mit großem Respekt mit solchen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen.

Und ich bin stolz, dass meine Heimatstadt Freiburg zusammenhält – erst recht in Krisenzeiten.
Die Situation verdeutlicht wieder einmal, in welcher besonderen Stadt mit vielen bewundernswerten Mitbürgern ich mit meiner Familie leben darf. Während ich das Privileg habe, aus dem Home-Office arbeiten zu können und mir als Pfizer Mitarbeiter keine Gedanken über meine Zukunft machen zu müssen, können zahlreiche Menschen in meinem Umfeld nicht einfach von zuhause arbeiten oder sehen sich gar mit existentiellen Sorgen konfrontiert. Und genau hier zeigt sich, warum ich uns Freiburger so schätze: Initiativen wie „Freiburg hält zusammen“ zeigen, welch Kreativität und Kraft in dieser Stadt steckt. Wir halten zusammen und geben denen einen Rückhalt, die es gerade benötigen.

Als Jubiläumsbotschafter für den Bereich Innovation für „Freiburg 2020“ war es für mich zunächst enttäuschend zu sehen, dass die Corona-Krise ausgerechnet in das Jahr der geplanten 900-Jahres-Festivitäten fällt. Aber genau hier hat sich wieder einmal gezeigt, was unsere Stadt auszeichnet: Mit kühlem Kopf und warmem Herzen wurden neue Ideen entwickelt, wie wir unser Stadtjubiläum erlebbar machen, bevor die Festivitäten vor Ort zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können.
Ich freue mich zudem, dass mein Arbeitgeber Pfizer mit einer Spende von 10.000 Euro spontan die Stadt bei ihren Initiativen unter dem Motto „Freiburg hält zusammen“ unterstützt.

Wie lange diese besondere Zeit auch noch dauern mag, bin ich der festen Überzeugung, dass unser Zusammenhalt und Ideenreichtum uns weiter stärken werden. Ein Video meiner amerikanischen Kollegen bringt es in meinen Augen sehr treffend auf den Punkt: Science will win!