Workshopreihe „Hands-On-E-Commerce”

Von Catharina Huf

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Durch "Hilfe zu Selbsthilfe für Gewerbetreibende" macht die HSO unsere Region fit für E-Commerce
Der eingeschränkte Kundenverkehr stellt momentan viele Unternehmen auf die Probe. Im Interview berichtet Prof. Dr. Andrea Müller, Leiterin des Studiengangs "Digitales Management und E-Commerce" der Blackforest Business School der Hochschule Offenburg, über ihr Weiterbildungsangebot und die Rolle eines regionalen E-Commerce in der aktuellen Corona-Zeit. Im Anschluss findet ihr weiterführende Links, u.a. zur kostenfreien Workshopreihe.

DIGIHUB: Wie kamen Sie auf die Idee, eine digitale Workshopreihe "Hands-On-E-Commerce" anzubieten?

Prof. Dr. Andrea Müller: Die Idee entstand aus einer Diskussion mit meinen Kollegen Christopher Zerres und Thomas Breyer-Mayländer heraus. Ich hatte mit meinem Team im vergangenen Jahr eine Workshopreihe mit der Stadt Oberkirch zum Thema Digitalisierung des Einzelhandels durchgeführt. Nun ist insbesondere der Einzelhandel aber auch die Gastronomie und viele andere Gewerbe vom aktuellen Shut-down betroffen. Viele Anbieter versuchen daher kurzfristig ihre Angebote über digitale Kanäle der Kundschaft zu präsentieren. Das klappt meistens noch nicht so gut. Unsere Hands-On-E-Commerce Reihe soll hier ansetzen und dabei helfen, digitale Angebote kundengerecht darzustellen.


DIGIHUB: Für welche Zielgruppe bzw. Branche ist die Workshopreihe geeignet?
In der Pressemeldung wird auf Gastronomie und Einzelhandel eingegangen, sind die Workshops besonders für diese Branchen ausgelegt?

Prof. Dr. Andrea Müller: Wir sprechen viele verschiedene Bereiche an, die derzeit vom Kundenverkehr weitgehend ausgeschlossen sind: Es geht darum aufzuzeigen, was die anbietenden Unternehmen mit relativ kleinem Aufwand tun können, um ihre Leistungen adäquat zu präsentieren. Auch über Liefer- bzw. Abholoptionen sollte nachgedacht werden: Die Konkurrenz ist übermächtig, da Amazon und Co. den Online-Markt längst dominieren. Die Handels-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe vor Ort kennen jedoch ihre Kundschaft am besten, können flexibel und schnell reagieren. Diesen Wettbewerbsvorteil sollten sie ausspielen.


DIGIHUB: Welchen Vorteil sehen Sie in der regionalen Vernetzung der Gewerbetreibenden über Ihr E-Commerce-Netzwerk?

Prof. Dr. Andrea Müller: Auch wenn die Geschäfte irgendwann wieder öffnen und langsam Normalität eintritt, wird der Onlinekanal als zusätzliche Vertriebsoption immer attraktiver. Gerade für die jüngeren Generationen ist das Internet eine präferierte Option. Der stationäre Handel kann und muss seine herausragende und umsatzstarke Wettbewerbsposition auch in anderen zukunftsträchtigen Kanälen behaupten. Hierbei sollte jetzt gerade im regionalen Markt agiert - und nicht nur reagiert - werden!


DIGIHUB: Haben Sie Tipps zum Umgang mit E-Commerce in der aktuellen Lage?

Prof. Dr. Andrea Müller: Die Gewerbetreibenden sollten mit ihrer Webseite bzw. Homepage anfangen. Es ist wichtig, dass die Kundschaft das Angebot auf Anhieb findet und über für diese attraktive Kanäle Kontakt aufnehmen kann. Je nach Zielgruppe können diese sehr unterschiedlich sein. Ihre Kundinnen und Kunden sollen erkennen können, was das aktuelle Angebot ist. Sei es ein Restaurant, das Speisen anbietet oder ein Einzelhändler, der das Frühlingssortiment präsentiert: Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die gezeigte Leistung die Kundschaft anspricht und die Abhol- und Lieferoptionen enthält, die für die Zielgruppe passend ist. Leider ist dies oftmals derzeit noch nicht umgesetzt. Auch der Verkauf Marktplätze und eigene Online-Shops sind wichtige Elemente für eine Multi-Channel-Strategie im regionalen Bereich. Das Pflegen der Beziehung mit der Kundschaft ist ein wichtiges Werkzeug, daher sollten auch jetzt gedruckte und elektronische Mailings an den bestehenden Kundenstamm versendet werden. Detaillierte Tipps hierzu können in den Videos und Präsentationen der Workshops heruntergeladen werden.

 

Frau Prof. Dr. Müller leitet den Studiengang "Digitales Management und E-Commerce" der Blackforest Business School. Sie hat in Stuttgart Wirtschaftsingenieurwissen studiert, am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO im Bereich E-Business zahlreiche internationale Forschungsprojekte geleitet und nebenberuflich bei einem IAO-Spinn-off 2009 in Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Hochschule Berlin promoviert. Nach einer einjährigen Gastprofessur an der HTWG Konstanz, ist Sie seit 2012 für den Stiftungslehrstuhl der Printus GmbH "Direktmarketing und E-Commerce" zuständig. Von 2016 führte sie den sehr erfolgreichen Masterstudiengang Dialogmarketing und E-Commerce ein, der die Vollzeitalternative zum MBA-Studiengang darstellt.

Die Blackforest Business School wurde im Sommersemester 2020 als Teil der Hochschule Offenburg ins Leben gerufen und bündelt die MBA-Studiengänge "Digitales Management und E-Commerce", "Part-time General Management" und "International Business Consulting". Die neuen Studiengänge schaffen ein berufsbegleitendes Angebot für Bachelorabsolventen mit mehrjähriger Berufserfahrung. Große Teile der Vorlesungen werden mit Distance-Learning-Techniken vermittelt, um die erforderliche Flexibilität neben den Beruf zu gewährleisten. In den Präsenzzeiten wird zusätzlich zu den Lerninhalten die Vernetzung der Studiengänge der Blackforest Business School untereinander betont. Auch die angewandte Forschung sollen die MBA-Studierenden in Form von Projekten in ihr Unternehmen tragen. Zum Sommersemester 2021 startet der Studiengang "Digitales Management und E-Commerce", der neue Themen im Marketingumfeld wie z.B. verändernde Geschäftsmodelle oder differenzierte Kommunikations- und Vertriebskanäle aufarbeitet und praxisorientiert vermittelt.

Die Inhalte der Workshopreihe "Hands-on-E-Commerce" sind auf der Webseite der Blackforest Business School der Hochschule Offenburg unter dem Reiter Workshops zu finden. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail bei Christina.Miclau@hs-offenburg.de zum Aufbau eines Netzwerks für den Austausch anzumelden. Weitere Informationen findet ihr außerdem im Artikel der Hochschule Offenburg .