Von der Idee zum Unternehmen

Von Sebastian Parsch, LocalsForAll
Editiert von Maren Hirschbolz und Fabian Reiß


Gründen in der Corona-Zeit

Für Freiburg und seine Einzelhändler: Sebastian Parsch von LocalsForAll erzählt, wie die vier Freunde auf die Idee gekommen sind, LocalsForAll zu gründen. Außerdem teilt er in seinem spannenden Bericht ihre Erfahrungen beim Entwickeln, Gründen und Finanzieren ihres Unternehmens in der Corona-Zeit mit uns.

Als wir im April kurz nach dem Start des Lockdowns eines unserer „Zoom-Treffen“ veranstalteten und uns über die aktuelle Situation unterhielten, kamen wir darauf zu sprechen, wie schwierig die aktuelle Lage für Einzelhändler ist. Im Laufe des Abends stellte sich uns die Frage: Gibt es einen Online-Shop, bei dem man Einzelhändler aus seiner Stadt findet und dort direkt die Produkte dieses Geschäfts kaufen kann? Wir suchten und fanden kein Angebot. Aus diesem Grund diskutierten wir diese Idee, da es den Einzelhändlern eine zusätzliche Gewinnsparte eröffnen und ihnen so helfen könnte, diese Zeit zu überstehen.

So verabredeten wir uns in den Tagen danach immer wieder zum gemeinsamen Brainstormen und Diskutieren und präzisierten unsere Vorstellungen von einem Shop dieser Art. Anfangs war die Idee, mithilfe von 3D-Fotos das Geschäft in der Stadt online abzubilden und den Kunden so das Gefühl zu vermitteln, sie wären wirklich vor Ort. Diese Idee wurde dann aber recht schnell wieder verworfen, da zu diesem Zeitpunkt keiner von uns Kenntnisse besaß, wie man das umsetzen soll.

Also entschieden wir uns dazu, es bei einem normalen Onlineshop auf lokaler Ebene zu belassen. Zusätzlich stellten wir fest, dass es sich bei der Nähe und den kurzen Wegen in der Stadt anbieten würde, die Auslieferung umweltfreundlich mit dem Fahrrad zu machen. Nun hatten wir also zwei Dienstleistungen, mit denen wir Geld verdienen können. Deshalb fragten wir einen Freund von uns, der Informatik studiert und sich mit Web- und Appdesign auskennt, ob er sich vorstellen könnte, mit uns ein Unternehmen zu gründen. Dieser war zunächst etwas skeptisch, da er sich das alles über einen Videoanruf nicht vorstellen konnte. Deshalb ließen wir ihm ein paar Unterlagen zukommen, die unsere Idee besser veranschaulichen sollten und er war überzeugt.

Von nun an waren wir also zu viert. Ein Informatiker, ein Rechtswissenschaftler, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Logistiker. Dementsprechend verteilten wir auch die Aufgaben unter uns. Der nächste Schritt war dann die Eintragung ins Handelsregister und die Eröffnung eines Geschäftskontos.

Aktuell beschäftigen wir uns mit der Finanzierung unseres Vorhabens durch Crowdfunding, eventuelle Investoren und Förderprogramme vom Land Baden-Württemberg, damit wir Investitionen tätigen und Werbung schalten können.

Unser größtes Problem durch die Corona-Pandemie war vor allem das Kontaktverbot, welches uns das gemeinsame Arbeiten erschwerte. Dadurch wurde die Kommunikation, wie sie sonst möglich ist, erschwert und es kam zu kleineren Missverständnissen. Als besonders schwierig stellte sich heraus, dass alle die gleiche Vorstellung von etwas haben, ohne dass alle auch die gleichen Unterlagen vor sich liegen haben. Dieses Problem verschwand dann nach und nach und war seit der offiziellen Gründung und Eintragung ins Handelsregister vollkommen beseitigt.


links Nils Gutgsell, vorne Mirhan Schmeier, hinten Tom Pfirsig und rechts Sebastian Parsch

Über uns:

Wir sind vier Freunde aus Freiburg, die sich wünschen, dass unsere Stadt in der Vielfalt erhalten bleibt, wie wir sie kennen und wollen dementsprechend nah bei den Leuten sein. Symbadisch eben. Bei Fragen besucht uns gerne auf unserer Internetseite localsforall.de oder auf Instagram @localsforall. Wir freuen uns auf euch!