Der Hackathon Freiburg 2020 – ein besonderes Format!

Von Dr. Julia Mohrbacher

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Der Freiburger Hackathon 2020 wurde aufgrund von Corona komplett in den virtuellen Raum verlegt. Welche Einflüsse die Absage von Präsenzveranstaltungen auf den Hackathon 2020 hatte, erzählt Prof. Stefan Betermieux (Hochschule Furtwangen) im Interview.

DIGIHUB Südbaden: Die Umstände um die Covid-19 Pandemie haben auch den Hackathon Freiburg 2020 getroffen. Was hat Euch bestärkt, diesen Hackathon dann im digitalen Format durchzuführen?

Stefan Betermieux: Die Planungen für den Hackathon waren bereits weit fortgeschritten, als uns das Veranstaltungsverbot überrascht hat. Unter anderem haben wir im Januar einen Workshop durchgeführt, in dem Challenges für den Hackathon erarbeitet wurden. Auch Sponsoren, Mentoren und die Jury waren bereits organisiert. Wir standen also vor der Wahl, den Hackathon komplett abzusagen oder auf eine digitale Veranstaltung umzuschwenken. Wo — wenn nicht bei einem Hackathon — wäre die Entscheidung leichter gefallen?


DIGIHUB Südbaden: Welche Herausforderungen haben sich bei der Planung und Umsetzung des digitalen Formates ergeben und wie wurden diese bewältigt?

Stefan Betermieux: Obwohl wir bereits fünf Hackathons vorher organisiert hatten, waren doch dieses Jahr viele neue Aspekte zu berücksichtigen. Ein großes Feld waren die Kommunikationswerkzeuge; während bei einem klassischen Hackathon die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt und unmittelbar miteinander sprechen konnten, mussten diesmal Online-Werkzeuge zur Verfügung stehen. Dabei stellte sich schnell heraus, dass ein Videokonferenzsystem allein dafür nicht ausreicht, es mussten sowohl Werkzeuge für den Dokumenten- und Nachrichtenaustausch, als auch Tools für die Dokumentation der Ergebnisse miteinander verknüpft werden.


DIGIHUB Südbaden: Was war im Vergleich zu den vielen „analogen“ Hackathons, die Du schon betreut hast, besser und was war nicht so gut?

Stefan Betermieux: Besser war mit Sicherheit die größere Reichweite: von einer Veranstaltung in der Region zu einem Hackathon mit internationaler Beteiligung. Die eingebrachten Ideen und auch die gezeigten Ergebnisse hatten eine enorme Spannweite. Das machte die Bewertung durch die Jury zwar nicht einfach, aber der Hackathon profitierte von dieser Öffnung des "Einzugsgebiets". Trotz aller Unterstützung durch Online-Werkzeuge fehlte der direkte soziale Kontakt. Der spontane Austausch auf dem Flur und auch das Catering vor Ort ist etwas, auf das wir uns beim nächsten Hackathon in Freiburg 2021 hoffentlich wieder freuen können!