Coworking - Die neue Art zu arbeiten

Von Maren Hirschbolz und Eveline Malcherek

startbl

Warum durch New Work das Konzept des Coworking immer beliebter wird
Das kurzfristige Mieten von Räumen oder einzelnen Schreibtischen für jegliche Dauer, eine offen gestaltete Arbeitsumgebung, das aktive Vernetzen am Arbeitsplatz und dadurch entstehende Synergien und Kooperationen ist mittlerweile ein Konzept, das nicht mehr nur attraktiv für Start-ups ist, sondern bietet z.B. auch für KMU entsprechende Vorteile. Wir haben mit Frederic Geiger gesprochen, der durch sein eigenes Startup auf die Idee kam in seiner Heimatstadt Lörrach einen Coworking Space, den Startblock zu eröffnen.

DIGIHUB: Frederic, wie kamst du auf die Idee, den Startblock als Coworking Space zu eröffnen?

Frederic Geiger: Angefangen hat alles mit meinem Startup Questlog. Während meines Studiums in München fand ich einen Maker Space, bei dem man eine Gemeinschaftswerkstatt, einen 3D-Drucker und einen Laser Cutter benutzen durfte – perfekt für mein Vorhaben. Außerdem habe ich mich auch dort in einem Gemeinschaftsbüro eingemietet, weil es nach 1,5 Jahren im Home Office doch recht einsam wurde. Gerade als Neustarter möchte man sich ja vernetzen und austauschen. Als ich zurück in meine Heimatstadt Lörrach kam, suchte ich so ein Coworking, fand aber nichts Passendes. Im Mai 2018 kaufte ich deshalb zusammen mit meinem Vater eine alte Metallwerkstatt. In 2019 folgte der Umbau der zwei Etagen mit insgesamt 600 m² für die Benutzung als offene Bürolandschaft mit angeschlossener Gemeinschaftswerkstatt.


DIGIHUB: Wie können wir uns das Coworking im Startblock vorstellen? Wie kann man sich einmieten und was darf man alles nutzen?

Frederic Geiger: Wir bieten flexible Modelle an sich im Startblock einzumieten. Man kann Flex-Plätze haben und sich seinen Arbeitsplatz flexibel jeden Tag aufs Neue aussuchen. Wir haben aber auch Fix-Plätze, die man pro Monat fest anmieten kann. Wir bieten aber auch Tagespässe an, sodass Leute, die z.B. auf Geschäftsreise sind, einen Platz bei uns finden. Man kann im Büro eine bereits vorhandene IT-Infrastruktur oder diverses Gemeinschaftsequipment wie Drucker und Kopierer nutzen. Außerdem gibt es eine offene Küche mit großem Pausenraum. In der Werkstatt können diverse Kleingeräte genutzt werden und weiteres Equipment folgt noch oder darf auch gerne individuell mitgebracht werden. Buchen kann man seinen Platz auf digitalem Wege über unsere Webseite. Damit jeder selbst entscheiden kann, wann er den Arbeitstag beginnt oder endet, steuern wir z.B. die Zugangskontrolle der Türen über Padkeys und verknüpfen die Beleuchtung in den Räumen auch digital.


DIGIHUB: Du hast den Coworking Space im Juni 2020 eröffnet, also mitten in der Corona-Krise. War das nicht riskant?

Frederic Geiger: Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, ob das Timing richtig ist. Aber genau jetzt brauchen Firmen doch teilweise mehr Platz was die Arbeitsflächen betrifft, das könnte auch heißen, dass ein Teil der Belegschaft extern einen Platz findet, es ist eine gute Alternative zum Home Office. Selbstverständlich beachten wir alle Richtlinien zum Infektionsschutz, die das Wirtschaftsministerium vorgibt. Abstandseinhaltung, Desinfektion und Reinigung sowie die Achtsamkeit aller Mieter sind absolut wichtig. Wir lasten aktuell unsere Räumlichkeiten bewusst nur zu 50 % aus, sodass wir alle Vorgaben einhalten und die Sicherheit unserer Mieter gewährleisten können.


DIGIHUB: Kannst du ein Statement pro Coworking abgeben? Was sind hier die Vorteile?

Frederic Geiger: Moderne Einrichtung, bereits vorhandenes Equipment und flexible Anmietung sind grundsätzlich wichtige Faktoren, die für ein Coworking sprechen. Aber für mich stehen zwei Prinzipien absolut im Vordergrund: ich muss mich wohl fühlen an meinem Arbeitsplatz und es muss die Möglichkeit von Vernetzung und Kooperation geben. Bald wollen wir u.a. regelmäßige Events im Startblock veranstalten, wie z.B. legere interne Get-Togethers, aber auch größere externe Veranstaltungen. Die Leute können tagtäglich aktiv untereinander Wissen oder Kontakte austauschen, sich gegenseitig helfen. Egal welche Unternehmen, egal welche Branche, egal ob Büro oder Werkstatt: Vernetzung ist das Schlüsselwort. Daraus können sich tolle Synergien und großartige Ideen entwickeln. Mir ist es einfach wichtig, dass es im Dreiländereck einen Ort gibt, an dem Networking, Wissenstransfer und offenes Arbeiten gelebt und Kreativität branchenunabhängig gefördert werden kann.

frederic

Zur Person:
F
rederic Geiger, der in München Technologiemanagement studiert hat, ist Gründer des Startups Questlog, welches „Schatztruhen“ aus Holz herstellt, in denen man persönliche Souvenirs und Reiseerinnerungen verstauen kann. Seit Juni 2020 hat sein Coworking Space Startblock in Lörrach eröffnet, in dem sowohl Büroarbeitsplätze, Konferenz- und Eventräume, als auch Werkstattplätze angemietet werden können.

Statements von weiteren Coworking Spaces:

Konrad Pfitzer - Grünhof, Freiburg:
„Im Zentrum unseres Coworking Angebots liegt für uns neben der Hardware der Aufbau und die Pflege unserer Community. Parallel zum Notbetrieb der Coworking Spaces haben wir unsere Community Aktivitäten weiter ins Digitale verlagert. Durch digitale peer2peer Formate konnten unsere Mitglieder vom Schwarmwissen der Community bspw. über Corona-Fördergelder profitieren. Für viele war es aber auch einfach nur ein gutes Gefühl, in der Krise nicht alleine zu sein und sich auszutauschen. Andere haben in kürzester Zeit Aktionen wie die Community Freiburg oder Freiburg Regional ins Leben gerufen.“


Linda Wistup - Badencampus, Breisach:
"CoWorking ist nicht nur ein Arbeitsplatz. Es verbindet zwei Welten. Einerseits einen Schreibtisch mit der zugehörigen Infrastruktur, andererseits die Gelegenheit zum Netzwerken und um interessante Personen für gemeinsame Projekte kennenzulernen. Gerade in der aktuellen Zeit steht der Austausch mit anderen noch mehr im Vordergrund. Durch unsere großzügig geschnittenen Räume kann das Netzwerken trotz des Mindestabstandes vor Ort stattfinden. Auch für Webkonferenzen bieten unsere Räume den passenden Hintergrund mit der nötigen Professionalität."


Mathias Eisele - DENKWERK Terra Business Center, Offenburg:
„Die Kombination aus professionellem Veranstaltungsbereich und kreativen, offenen Flächen für Arbeitsplätze im Coworking, geschlossenen Büroräumen, entspannender Lounge mit Billardtisch, Küche und Esszimmer und Freizeitraum mit Tischfußball macht unsere Bürolandschaft zur perfekten Location für kreatives Arbeiten und Business Events. Für uns sind solche Bürolandschaften die Arbeitswelt von morgen.“