Hilfe! Ich habe zu viele Optionen!

Von Tim Häring

Editiert von Dr. Julia Mohrbacher

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Mit der 2x2 Matrix Methode sofort bessere Entscheidungen treffen
Zu viele Optionen? Mussten Sie schon einmal eine Entscheidung treffen und hatten einfach zu viele Optionen? Sehr wahrscheinlich ja. Viele Menschen neigen dazu zu glauben, dass ein Mangel an Optionen das größte Problem bei der Entscheidungsfindung sei, aber das ist nicht immer so. Beispielsweise nach einem erfolgreichen Brainstorming. Man hat viele Ideen generiert ohne Barrieren im Kopf zuzulassen, und nun? Wie findet man die besten Ideen?

Wäre es nicht schön, eine pragmatische und effiziente Methode zu haben, mit der man die Optionen schnell einschränken kann? Auf der Suche nach einer solchen Technik bin ich auf die 2x2 Methode gestoßen. Wichtig war mir bei der Auswahl der Methode, dass sie sowohl im Team als auch allein funktioniert und dass sie möglichst einfach zu verstehen ist.

So wird’s gemacht!

1.)
Zunächst wählt man zwei Kriterien aus, die wichtig für die Entscheidungsfindung  sind. Hierbei sollten die Kriterien als klare und eindeutige Frage formuliert sein, die möglichst mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden kann. Beispielsweise: „Stellt das ein Alleinstellungsmerkmal dar?“ oder „Ist das mit uns bekannten Technologien umsetzbar?“

2.)
Aufzeichnen einer 4 Felder Matrix. Dafür kann je nach Einsatz ein Flipchart, eine digitale Plattform oder einfach eine Serviette genutzt werden.

3.)
Sollte eine Frage keine klare „Ja“ oder „Nein“ Antwort zulassen, definiert man im Team, wie die Definition für die Ausprägung hoch bzw. niedrig ist, damit alle ein gemeinsames Verständnis für die Einordnung haben.

4.)
Nun werden alle Ideen/Optionen, die zur Verfügung stehen, auf die beiden festgelegten Fragen geprüft und entsprechend in der Matrix eingeordnet. Dabei ist jeweils eine Frage der x- bzw. y-Achse zugeordnet.

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Mit diesem Vorgehen erhält man sehr schnell einen guten Überblick darüber, welche Optionen die vielversprechendsten sind. Was dabei aber auf keinen Fall unterschätzt werden darf, ist die Definition der Fragen. Denn mit der Qualität der beiden gestellten Fragen steht und fällt auch das Ergebnis dieser Methode.


Erfahrungen aus der Praxis
Häufig wird der Definition der Fragen nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt. Tatsächlich kann es hilfreich sein, auch zu den Fragen erst ein kurzes Brainstorming abzuhalten. Ja, das ist ein zusätzlicher Schritt, aber das Ergebnis lohnt sich.

Bei der Auswahl der Fragen sollte darauf geachtet werden, dass möglichst keine Abhängigkeiten zwischen ihnen herrscht. Was damit gemeint ist lässt sich gut an einem berühmten Beispiel für die 2x2 Matrix erkennen, die Eisenhower Matrix. Das ist eine Möglichkeit, um Aufgaben zu priorisieren bzw. eine Empfehlung für den Umgang mit Ihnen zu geben.

Hier werden die beiden folgenden Fragen gestellt:

1.) Ist es wichtig?
2.) Ist es dringend?

Beide Fragen beziehen sich auf die zu bewertenden Aufgaben, jedoch ist die Antwort der Fragen völlig unabhängig voneinander. Genau nach diesem Prinzip sollten auch die Fragen für den Aufbau Ihrer 2x2 Matrix, gewählt sein.


Fazit
Diese Methode eignet sich hervorragend, um schnell und unkompliziert Ideen zu bewerten, Sie braucht keine große Vorbereitungszeit und ist für Teams aller Größen geeignet. Das macht sie zu einem optimalen Tool für den Einsatz in KMUs.

Tim Häring unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen dabei, Ihre Innovationsprozesse zu optimieren und so schneller und zuverlässiger von der Idee zum Umsatz zu kommen. Er hat Chemie und Innovationsmanagement studiert und über 10 Jahre praktische Innovationserfahrung, in verschiedenen KMUs gesammelt. Er veröffentlicht regelmäßig schnell umsetzbare Innovationsmethode und Workhacks auf LinkedIn und beantwortet gerne Fragen unter tim.haering@haering-consulting.de .